Erreichbarkeit

Sie erreichen uns in dringenden seelsorglichen Fällen rund um die Uhr über die Station oder die Telefonzentrale (+49 89 4140-0).

Unser Angebot gilt für Patienten, Angehörige und Personal unabhängig von Religion und Weltanschauung!


SEELSORGE-PORTAL, KRISENINTERVENTION,
KATH. ANGEBOTE:
Telefon +49 (089) 4140-2292 
(täglich 9-17 Uhr, sonst über die Station)

EVANGELISCHE SEELSORGE:
Telefon +49 (089) 4140-2295 

Seelsorge geschieht in der Dynamik von Raum, Hoffnung und Weg.

Seelsorge steht für Räume, in denen Menschen aufatmen können, die leistungs- und erwartungsfrei sind und in denen neue Erfahrungen möglich werden. Hier ist es möglich, mit Ängsten, Grenzen, Freuden, Sorgen sowie mit Scheitern, Versagen und Schuld Platz zu haben.

„Raum haben“ betont den Zeitaspekt und Verständnisrahmen:
Zeit haben für das jetzt Notwendige; Interesse für das Leben, wie es gerade „ist“; emotionale Räume, von Ohnmacht bis Freude, mitempfinden sowie den Raum für Spiritualität erhalten, gestalten und öffnen.
Auch unser Kirchenraum wird unter diesem Aspekt entwickelt.

Seelsorge steht für die Suche nach Quellen der Hoffnung. Sie richtet die Aufmerksamkeit auf die Ressourcen
des konkreten Menschen:

- Person: Seelsorge achtet jede Person in ihren Qualitäten, Begabungen und Möglichkeiten, auch in Ohnmacht und Schwäche. Sie unterstützt, Lebenskraft
wahrzunehmen, zu würdigen und zu fördern. Sie sucht gemeinsam mit den Betroffenen nach Perspektiven und Verheißungen.

- Beziehung: Seelsorge richtet die Aufmerksamkeit auf die Beziehungen der Betroffenen in ihrer unterstützenden Qualität und hilft, diese neu wahrzunehmen
und anzunehmen.

- Transzendenz und Spiritualität: Seelsorge unterstützt, Sinnhorizonte zu hinterfragen oder neu zu formulieren, Wegmarken und Lebensfäden zu entdecken und
zu verbinden sowie Verheißung zu aktualisieren und dafür Ausdrucksweisen zu finden.

Seelsorge steht für die Begleitung auf dem Weg und die Ermutigung zum Weg. Sie hat Prozesse und Entwicklungen im Blick, aber auch die notwendige Stärkung der je eigenen Kräfte des Anderen. Seelsorge unterstützt dabei, Ziele und erste Schritte zu entdecken, Zukunft in einer sich verändernden Lebenswelt in den Blick zu nehmen, Entscheidungen zu treffen. Sie bietet geistliche Begleitung an. Sie steht dafür, dass zum Weg auch das Ende gehört - und dies dann Abschied nehmen bedeutet.

Diese drei Aspekte Raum, Hoffnung und Weg haben in einer seelsorglichen Begegnung jeweils unterschiedliches Gewicht. Sie bestimmen jedoch unser Handeln auf der Beziehungs- bis zur institutionellen Ebene. Daran lassen wir uns auch messen.

Seelsorgliche Begleitung ist im Christentum traditionell das Erinnern und Aktualisieren der Zusage Gottes in seinem Namen Jahwe - „Ich bin da“. Aus diesem biblischen Kern ist es unsere Aufgabe, unabwendbare Situationen mit den Betroffenen auszuhalten, da zu bleiben, gemeinsam Neues zu entdecken und zu erfahren, was heiles Leben bedeutet, gerade unter veränderten und belastenden Lebensbedingungen.

Seelsorge ist für uns die achtsame Begegnung mit dem konkreten Menschen und die Unterstützung seiner spirituellen Dimension, unabhängig von seiner kulturellen und religiösen Herkunft und Beheimatung.

So versteht sich Seelsorge auch als Fachabteilung für "Spiritual Care" im Klinikum.

Sie unterstützt die anderen Berufsgruppen in ihrer je eigenen Sorge um die Spiritualität als Ressource im Heilungsprozess.

Seelsorge richtet ihr Handeln an den Prinzipien christlicher Sozialethik aus:

Personalität
Seelsorge bedeutet im Kern liebende und achtsame Kommunikation und geschieht immer – direkt oder indirekt – in der Begegnung zwischen Personen: Die
Seelsorgerinnen und Seelsorger achten dabei die persönliche Spiritualität, Religiosität und die Lebens und GlaubensART des Anderen. Jeder Seelsorger, jede Seelsorgerin gestaltet die Begegnung jedoch ebenso durch die eigene Person, Lebens- und GlaubensART.
„ART“ wird hierbei im tieferen Sinn der „Lebenskunst“ verstanden.

Im institutionellen und strukturellen Engagement der Seelsorge im Klinikum achtet die Seelsorge darauf, die einzelnen konkreten Menschen, die hinter Rollen,
Ämtern und Strukturen stehen, nicht aus dem Auge zu verlieren. Sie setzt sich für die Förderung der personalen Kommunikation auf allen Ebenen im Klinikum ein. 

Solidarität
Seelsorge lebt aus der Weisheit und Tradition, Kraft und Solidarität ihrer Glaubensgemeinschaft. Sie versteht das Krankenhaus grundsätzlich als Lebensort
von Menschen, die gemeinsam „vom Leben betroffen“ (Haart, 2007, S. 289) sind, wenn auch im Moment der Begegnung auf verschiedene Weise und in unterschiedlichen Rollen. Seelsorge setzt sich dafür ein, dass alle Menschen im Krankenhaus sich auf Augenhöhe begegnen und in ihrer Besonderheit wie auch in ihrer Bedürftigkeit wahrgenommen und geschätzt werden.
Seelsorge folgt dabei der christlichen Option für die Schwachen, was nciht die Differenzierung zwischen einzelnen Menschen bedeutet, sondern jedem Menschen zusagt, auch in seiner eigenen schwachen Seite wahrgenommen zu werden.
Diese Option zeigt sich in der persönlichen Begegnung ebenso wie in der konstruktiven Kritik und Veränderung ungerechter Systeme und Kulturen.
Seelsorge versteht sich darüber hinaus solidarisch mit dem Krankenhaus, übernimmt verbindlich Verantwortung in der Institution und trägt ihren Teil zur Entwicklung des Klinikums bei. Dabei bleibt sie in gleichem maße ihrer Glaubensgemeinschaft als Trägerin ihres Engagements verbunden und verpflichtet.

Subsidiarität

Seelsorge hilft dem Gegenüber zur Selbsthilfe (Subsidiarität): Sie übernimmt dabei und nur, wenn es notwendig ist, zeitweise Aufgaben, die über den Kern der
eigentlichen spirituellen Begleitung hinausgehen, die aber heilsam sind und helfen, konkrete Not zu lindern. Dabei sorgt sie dafür, dass diese Unterstützung das Gegenüber nicht entmündigt oder ihm seine eigene Verantwortung auf Dauer abnimmt. Seelsorge unterzieht daher die übernommenen Hilfestellungen immer wieder einer Prüfung und ermutigt bzw. befähigt das Gegenüber dazu, selbst Verantwortung zu übernehmen.
Dies gilt für die Begleitung von Personen ebenso wie für strukturelles Engagement innerhalb der Klinik.

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