MRIKIRCHE1 1158Seitdem der Tempel, der Ort Gottes, in Jerusalem zerstört wurde, geht das Volk Israel zu diesem Ort, um an den Mauerresten des Tempels zu klagen.

Für Menschen in Zeiten schwerer Krankheit ist es, als ob man ihr Lebenshaus eingerissen hätte und oft bricht auch ihr Gottesbild zusammen: „Wie kann Gott das zulassen?“ „Wo ist Gott?“ sind häufige Fragen, die nur eine Antwort finden können, wenn sie nicht an irgendwen, sondern direkt an Gott in Form der Klage gestellt werden. Wenn man ihn als Gegenüber ernst nimmt und anspricht.

So kann sich die Klage in Vertrauen, die Verzweiflung in Hoffnung verwandeln.

Die Psalmen der Bibel zeigen uns, dass wir in schweren Situationen klagen dürfen.

So haben wir hier in unserer (kath.) Kirche diese Klagemauer aus alten Backsteinen errichtet – für Ihre, für unsere Klage.

Nehmen Sie ein Blatt Papier und schreiben Sie Ihre Klage auf, nehmen Sie einen Kleinen Stein, wenn Sie es nicht in Worte fassen können oder wollen.

Stecken Sie den Zettel in die Mauer und lassen Sie Ihre Klage hier in der Kirche, im Angesicht Gottes.

Am 1. Sonntag jeden Monats nehmen wir die Zettel heraus und verbrennen sie mit Weihrauch im Gottesdienst , so wie es in der Offenbarung des Johannes (8,3) heißt: Wie Weihrauch steigt das Gebet zu Gott empor!


 

MRIKIRCHE1 1176Die Bibel: Psalm 13:

Wie lange noch, Herr, vergisst du mich ganz? Wie lange noch verbirgst du dein Gesicht vor mir?

Wie lange noch muss ich Schmerzen ertragen in meiner Seele, in meinem Herzen Kummer Tag für Tag? Wie lange noch darf mein Feind über mich triumphieren?

Blick doch her, erhöre mich, Herr, mein Gott, erleuchte meine Augen, damit ich nicht entschlafe und sterbe,

damit mein Feind nicht sagen kann: «Ich habe ihn überwältigt», damit meine Gegner nicht jubeln, weil ich ihnen erlegen bin.

Ich aber baue auf deine Huld, mein Herz soll über deine Hilfe frohlocken. Singen will ich dem Herrn, weil er mir Gutes getan hat.